NACHHALTIGE HYGIENE - WAS IST DAMIT GEMEINT?
Bei DR.SCHNELL arbeiten wir gezielt daran, Ihnen als Kunden alle für Ihre Hygienemaßnahmen benötigten Reinigungs- und Desinfektionsmittel möglichst emissionsreduziert zur Verfügung zu stellen. Dies ermöglichen wir mit zwei grundlegenden Ansätzen, zum einen unternehmensbezogen und zum anderen produktbezogen. Neben unseren vielen Maßnahmen, die wir ihnen weiter unten erläutern, kompensieren wir verbleibende unternehmensbezogene Emissionen jährlich mit ausgewählten, unabhängig verifizierten Klimaschutzprojekten. Zudem ermöglichen wir unseren Kunden, produktbezogene Restemissionen ebenfalls durch Kompensationsmaßnahmen durch die Zahlung eines CO2-Aufschlags auszugleichen.
UNTERNEHMENSBEZOGEN
Unternehmensbezogene Emissionen werden neben einer Vielzahl von Maßnahmen zur Reduktion jährlich von DR.SCHNELL GmbH & Co. KGaA durch Klimaschutzzertifikate kompensiert. Hierfür arbeiten wir mit der Nachhaltigkeitsberatung FokusZukunft zusammen, welche als Nachweis für den jährlichen Ausgleich ein Siegel zur Verfügung stellt. Weitere Details zu den Bemessungsgrundlagen, Standard der Berechnung, ausgeklammerten Emissionen, Maßnahmen zur Emissionsreduktion, Art der Kompensation und zu den konkreten Kompensationsprojekten folgen weiter unten auf dieser Seite.
PRODUKTBEZOGEN
Produktbezogen stellt DR.SCHNELL Ihnen als Kunden über den DR.SCHNELL CO2-Rechner die Möglichkeit zur Verfügung, selbst einen Beitrag zum Klimaschutz zu erbringen, indem Sie beim Kauf von DR.SCHNELL Produkten freiwillig einen CO2-Aufschlag leisten. Dabei werden die von uns eingekauften Rohstoffe nach dem Prinzip „Cradle-to-grave“ bilanziert. Hierfür haben wir eine große und stetig wachsende Datenbank aller unserer Rohstoffe und Packmittel aufgebaut. Mit dieser Datenbasis können wir nun jedes Produkt von uns per Mausklick bilanzieren. Wesentliche Datenbanken, die zur Erstellung der Produkt-Fußabrücke verwendet werden sind EcoInvent-Datenbank Ver. 3.8 (2021) und GHG-Protocol.
Dass unser Vorgehen wissenschaftlich korrekt ist, haben wir durch die Gutachter von GUTCert überprüfen lassen und dafür eine Konformität nach der ISO 14067 (Carbon Footprint von Produkten - Anforderungen an und Leitlinien für Quantifizierung) bescheinigt bekommen.
DAS ANGEBOT VON DR.SCHNELL BIETET NUN JEDEM DIE MÖGLICHKEIT, DIE RESTLICHEN PRODUKTBEZOGENEN TREIBHAUSGASEMISSIONEN DER VON UNS BEZOGENEN REINIGUNGS- UND DESINFEKTIONSMITTEL ZU KOMPENSIEREN.
Das Gesamtpaket aus vermiedenen/reduzierten Emissionen durch stetige Umsetzung von Einsparungsmaßnahmen, der Kompensation der verbliebenen unternehmensbezogenen Emissionen in Klimaschutzprojekten sowie der für unsere Kunden geschaffenen Möglichkeit, die verbliebenen produktbezogenen Emissionen durch Zahlung eines CO2-Aufschlags gem. ISO14067 zertifizierter Bilanzierung auszugleichen, umfasst unsere Angebotsaussage: DR.SCHNELL nachhaltige Hygiene.
Grundlagen zur Berechnung der unternehmensbezogenen Emissionen für jährliche Kompensationsmaßnahmen
Unsere Kompensationsmaßnahmen zum Ausgleich unserer unternehmensspezifischen Emissionen erfolgen in Zusammenarbeit mit der Nachhaltigkeitsberatung Fokus Zukunft GmbH & Co. KG. Es handelt sich hierbei um eine rein unternehmensbezogene und nicht um eine produktbezogene Betrachtung. Produktbezogene Emissionen wurden nicht berücksichtigt. Details zur Bemessungsgrundlage und den Kompensationsmaßnnahmen im Detail weiter unten auf dieser Seite zu finden.
STANDARD DER BERECHNUNG / BERECHNUNGSMETHODE
Als Standard der Berechnung, also als Berechnungsmethode wurden seitens der Fokus Zukunft GmbH die Richtlinien des Greenhouse Gas Protocol Corporate Standard (GHG Protocol) zugrunde gelegt. Dieser international anerkannte Standard zur Erstellung von CO2-Fußabdrücken von Unternehmen unterteilt Emissionen in 3 Bereiche, genannt Scope 1, Scope 2 und Scope 3, wobei im Rahmen der CO2-Bilanz von DR.SCHNELL Scope 3 Emissionen nur teilweise berücksichtigt wurden, die ausgeklammerten Emissionen werden weiter unten im Einzelnen aufgeführt:
Scope 1: Umfasst dabei alle direkten Emissionen, die aus Aktivitäten einer Organisation stammen. Dazu gehören Wärme-, Kälte- und Dampferzeugung, Kraftstoffverbrauch der Dienstfahrzeuge und Leckagen von Klimaanlagen.
Scope 2: Beinhaltet die sog. indirekten Emissionen wie Strom, Wärme oder Dampf, die bei entsprechenden Versorgern eingekauft wurden.
Scope 3: Schließt weitere indirekte Emissionen der Lieferkette mit ein. Diese sind eine Folge der Aktivitäten des Unternehmens, stammen aber aus unabhängigen externen Quellen. Im GHG-Protocoll werden die Scope 3 Emissionen als optional zur Erstellung eines Company Carbon Footprints angesehen. Dennoch haben wir zumindest einige dieser Emissionen im Rahmen unserer Zertifizierung berücksichtigt.
In der Grafik unten werden die Inhalte der Scopes gemäß GHG Protocol nochmal anschaulich dargestellt.
Folgende konkreten Bemessungsgrundlagen wurden für die Erstellung der unternehmensbezogenen Treibhausgasbilanz von DR.SCHNELL herangezogen:
Als Grundlage zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks der betrieblichen Aktivitäten der DR.SCHNELL GmbH & CO. KGaA (Company Carbon Footprint, CCF) wurden die Geschäftsaktivitäten des Jahres 2021 herangezogen. Alle der Berechnung zugrundeliegenden Daten wurden von DR.SCHNELL ordnungsgemäß nach bestem Wissen und Gewissen erhoben und der Fokus Zukunft GmbH zur Ermittlung der CO2-Bilanz zur Verfügung gestellt.
In den internen Prozessen der Firma DR.SCHNELL ist festgelegt, dass die prognostizierten Emissionen des vergangenen Jahres in Q1 des Folgejahres nachberechnet werden, sodass ein andauernder Abgleich der prognostizierten Werte mit den Realwerten vollzogen werden kann. Mögliche Differenzen zur beschriebenen Berechnungsgrundlage werden dann entsprechend nachkompensiert.
ORGANISATORISCHE GRENZE
Die organisatorische Grenze gibt an, welche Standorte und Tochterfirmen usw. der Organisation, also unseres Unternehmens berücksichtigt wurden.
Standorte: München, Feldkirchen und Hamburg (alle Standorte der Fa. DR.SCHNELL)
Mitarbeiter im Bezugsjahr: 327
OPERATIVE GRENZE
Die operative Grenze beschreibt detailliert, welche Emissionskategorien berücksichtigt wurden und auch, um eine vollständige Betrachtung zu gewährleisten, welche Emissionskategorien im Rahmen der unternehmensbezogenen Kompensationsmaßnahmen nicht betrachtet und somit ausgeklammert wurden.
BERÜCKSICHTIGT WURDEN:
Scope Bereich | Emissions- kategorie | Qualität der eingetragen Daten |
1 | Wärmeverbrauch | Realwerte |
1 | Kraftstoffverbrauch im Unternehmen | Realwerte |
1 | Gasleckagen (Kältemittel) | Realwerte |
2 | Stromverbrauch | Realwerte |
2 | Fernwärme / Fernkälte | Realwerte |
3 | Vorgelagerte energiebezogene Emissionen | Berechnung auf Basis der Verbrauchsdaten |
3 | Geschäftsreisen und Hotelübernachtungen | Realwerte & Schätzwerte |
3 | Wasser / Abwasser | Realwerte |
3 | Abfallaufkommen im Unternehmen | Realwerte |
3 | Papierverbrauch | Realwerte & Schätzwerte |
3 | Hardware | Realwerte & Schätzwerte |
3 | Verbrauchsmaterialien Produktion | Realwerte |
3 | Austauschlogistik durch Dritte | Realwerte & Schätzwerte |
NICHT BERÜCKSICHTIGT WURDEN:
Nicht berücksichtigt wurden im Rahmen der unternehmensbezogenen Kompensationsmaßnahmen des Unternehmens die folgenden vorgelagerten Treibhausgasemissionen des Scope 3:
Scope Bereich | Emissions-Kategorie |
3 | Eingekaufte Güter und Dienstleistungen (Herstellung/Gewinnung, Verarbeitung und Transport |
3 | Eingekaufte Kapitalgüter (Gebäude, Fahrzeuge und Anlagen) |
3 | Transport und Verteilung der eingekauften Waren |
Nicht berücksichtigt wurden ferner die folgenden nachgelagerten Treibhausgasemissionen des Scope 3:
Scope Bereich | Emissionskategorie |
3 | Verarbeitung der verkauften Produkte |
3 | Nutzung der verkauften Produkte durch Endkonsumierende |
3 | Umgang mit verkauften Produkten am Lebenszyklusende |
Wie die obige Tabelle zeigt, wurden von uns für die Auswahl der operativen Grenzen trotz der bereits erwähnten Optionalität der Scope 3 Emissionen gemäß dem GHG Protocol dennoch zumindest einige Scope 3 Emissionen berücksichtigt. Alle Schätzwerte basieren auf internen Grundlagen wie zum Beispiel Reisekostenabrechnungen, Betriebskostenabrechungen, Toner- und Kartuschenverbrauch. Dies übersteigt somit die Mindestanforderungen des GHG Protocol (dort Chapter 4) zur Definition der operativen Grenzen eines Unternehmens bei der Ermittlung einer unternehmensbezogenen CO2-Bilanz.
Wie bereits erwähnt, werden die produktbezogenen Emissionen bei dieser rein unternehmensbezogenen Betrachtung ausgeklammert. Die Ermittlung des Rohstoffbezugs für unsere Produkte erfolgt in einer separaten cradle-to-grave Bilanzierung gem. ISO 14067, deren Kompensation nicht Teil der unternehmensbezogenne Kompensationsmaßnahmen ist. Diesbezüglich haben unsere Kunden aber die bereits eingangs erwähnte Möglichkeit, die Emissionen der von ihnen erworbenen Produkte mit Hilfe des DR.SCHNELL CO2-Rechners zu ermitteln und gegen Zahlung eines CO2-Aufschlags Zertifikate zur Kompensation dieser produktbezogenen Emissionen direkt bei DR.SCHNELL zu erwerben.
Höchst vorsorglich wurde bei der Berechnung der unternehmensbezogenen CO2-Bilanz für die unternehmensbezogenen Kompensationsmaßnahmen dem CO2-Gesamtergebnis schließlich noch ein zusätzlicher Aufschlag von 5% hinzuaddiert, um etwaige Unwägbarkeiten bei der Datenerfassung und der Berechnung der Treibhausgas-Bilanz zu berücksichtigen.
Offenlegung der Emissionsdaten 2023 nach C2C Certified® Version 4.1, CACP (Clean Air & Climate Protection):
2023 führte die Produktion von 1797,7 t Produkten der ECO-Collection zu 43,8 tCO2e Scope 1-Emissionen und 21,8 tCO2e standortbezogenen Scope 2 Emissionen. Aufgrund des starken Engagements für Nachhaltigkeit waren die marktbasierten Scope 2 Emissionen gleich null, da Strom aus 100% erneuerbaren Quellen verwendet wurde. Die produktbezogenen Scope 3 Emissionen der gesamten ECO-Collection wurden durch unseren ISO 14067 validierten CO2-Rechner ermittelt und beliefen sich auf 1332,4 tCO2e.
Wir erreichten die Zielvorgaben für das Cradle to Cralde Gold-Level, indem wir mehr als 25% des Stroms für die Produktion der Produkte mit unserer PV-Anlage vor Ort erzeugten und den restlichen Strom aus 100% erneuerbaren Quellen beschafften. Darüber hinaus wurden 50 % der Scope 1 Emissionen und 25 % der produktbezogenen Scope 3 Emissionen durch verifizierte CO2-Zertifikate ausgeglichen.
Emissionsreduktion als Teil der Umweltmaßnahmen eines Unternehmens ist kein kurzfristiges Projekt, sondern das Ergebnis stetiger und langjähriger Bemühungen in allen Unternehmensbereichen. Somit werden diese Maßnahmen nicht im Rahmen und zur Erreichung von Zertifizierungen getroffen, sondern als fortwährende Anstrengung des Unternehmens regelmäßig angepasst. Wir halten seit 1998 die EMAS-Zertifizierung, unsere Ziele für Umwelt und Klimaschutz werden in der Umwelterklärung dargestellt und aktualisiert. Unsere Bemühungen zum Klimaschutz gliedern sich in unternehmensbezogene und produktbezogene Maßnahmen.
UNTERNEHMENSBEZOGENE MAßNAHMEN
Nutzung von Photovoltaik zur Betreibung des Produktionsstandorts München. Teile des selbsterzeugten Stroms werden in das öffentliche Netz eingespeist. Über die Hälfte des Strombedarfs unserer Produktion wird so aus eigener Produktion erzeugt.
Betriebliches Mobilitätsmanagement - Mitarbeitertickets für öffentliche Verkehrsmittel werden seit Oktober 2020 zu 50% bezuschusst.
Betriebliches Mobilitätsmanagement - Mitarbeiterparkplätze gibt es seit Oktober 2020 nicht mehr kostenfrei, sondern werden vermietet, um die Attraktivität der öffentlichen Verkehrsmittel weiter zu steigern. (Die erwirtschafteten Mittel fließen selbstverständlich in Form von Mitarbeiterevents zurück).
Betriebliches Mobilitätsmanagement - Substitution von 13 Benzin-betriebenen Fahrzeuge durch Elektrofahrzeuge. Einsparung von ca. 23.400 L Kraftstoff.
Reduktion des Papierverbrauchs durch die Digitalisierung sowie Optimierung der operativen Abläufe (z. Bsp. Order- und Logistikabläufe)
Dienstreisen wenn möglich mit Zugverbindungen. Festgeschrieben in der DR.SCHNELL Reisekostenrichtlinie.
Optimierung der Produktionswasserbereitstellung durch eigene Anlagen (Erweiterung der Osmoseanlagen in 2020 stellen nun den Rohstoff “Demineralisiertes Wasser” vollständig vor Ort zur Verfügung).
Emissionsreduktion durch den Einsatz einer Wasseraufbereitungsanlage am Produktionsstandort München, denn die Stadtentwässung wird so hinsichtlich Chemikalieneinsatz und Energieeinsatz entlastet. Die Menge eingeleiteten Phosphats wird reduziert, es können Fällmittel in Kläranlagen eingespart werden. Durch die Reduktion der organischen Verdingungen des eingeleiteten Abwassers kann weniger klimaschädliches Faulgas (u.a. Methan, Kohlendioxid) generiert werden.
PRODUKTBEZOGENE MAßNAHMEN
Einführung von 100% Recyclat-Flaschen für alle Produkte der ECO-Collection in 2019. Jedes 1-Liter-Recyclat-Gebinde spart ggü. einem DR.SCHNELL Standard PE-Gebinde (weiss) CO2* ein.
Einführung von 10-Liter-Gebinden aus 100% Recyclat für alle Produkte der ECO-Collection (Ausnahme Gefahrgüter) in 2022. Jeder 10L-Recyclat-Kanister spart CO2* ggü. einem Standard DR.SCHNELL 10L-Gebinde.
Einführung des ECOLUTION-Produktsystem seit Ende 2019: Wir nehmen an, dass ein ECOLUTION FOROL STICK eine Flasche FOROLFEE ersetzt. Wir nehmen zusätzlich an, dass ein ECOLUTION MILIZID STICK eine Flasche MILIFEE ersetzt. Dadurch ergeben sich Einsparungen von Emissionen und Verpackungsmaterialien. Die restlichen Emissionen sind durch das unten beschriebene Gold-Standard-zertifizierte Klimaschutzprojekt "STROM DURCH WASSERKRAFT IN CHILE" kompensiert.
Zudem nehmen wir an, dass eine Flasche ECOLUTION MILIZID bis zu 5 Flaschen MILIZID ersetzt, sowie eine Flasche ECOLUTION FOROL bis zu 5 Flaschen FOROL ersetzt. Dadurch ergeben sich weitere Einsparungen von Emissionen. Die restlichen Emissionen sind durch das unten beschriebene Gold-Standard-zertifizierte Klimaschutzprojekt "STROM DURCH WASSERKRAFT IN CHILE" kompensiert.
Stetige Arbeit an der Optimierung der Rezepturen hinsichtlich ihrer CO2*-Bilanz nach ISO14067.
Abschaffung farbiger PE-Gebinde – Ersatz durch Flaschen und Kanister mit 30% Post-Consumer-Recyclat-PE-Anteil. Dadurch entstehen Einsprungen von CO2* und Kunststoffen.
100% Umstellung auf Bioethanol
Substitution von Rohstofflieferanten hin zu Lieferanten mit kürzeren Lieferwegen aus AT und DE (z.B. Zitronensäure, Amidosulfonsäure, Bioethanol) Dadurch entstehen erhebliche Einsparungen von Emissionen durch die verkürzten Transportwege (für alle) und energetisch effiziente Herstellungsmethoden (für Zitronensäure).
Optimierung der Routenplanung der Außendienstmitarbeiter im Hinblick auf Effizienz und Ressourcenschonung durch neue regionale Vertriebsstruktur
Umstellung von mehreren Gebindedeckelvarianten 1 L aus 100% Recyclat-Kunststoff
Rohstoffsubstitution hin zu wachsendem Anteil nachwachsender oder regenerativer Rohstoffe mit geringerem CO2*-Fußabdruck z. Bsp. Einsatz von Sophorolipiden in FOROLFEE
Die im Rahmen der unternehmensbezogenen Kompensationsmaßnahmen ermittelten Emissionen werden in Gold Standard und Verified Carbon Standard zertifizierten Klimaschutzprojekten kompensiert. „Gold Standard“ und „Verified Carbon Standard“ sind zwei Qualitätsstandards für die freiwillige Kompensation und decken den größten Teil des Marktes ab. Beide Qualitätsstandards werden in der Broschüre vom Umweltbundesamt unter den wichtigsten internationalen Qualitätsstandards aufgeführt (siehe Seite 23).
Der Gold Standard wurde vom WWF und anderen Umweltverbänden entwickelt. Gold-Standard-Projekte kennzeichnen zusätzlich soziale und Umweltaspekte, die zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen beitragen.
Verfied Carbon Standard (VCS) ist der weltweit am meisten verwendete freiwillige Standard zur Kompensation von Treibhausgasemissionen. 2015 setzte der VCS über die Hälfte der Transaktionen im globalen freiwilligen Markt um und besitzt daher eine große Marktrelevanz, besonders im Bereich vermiedene Entwaldung. Mit dem Zusatz CCB (Climate, Community and Biodiversity Standards) wurde ein Zusatzstandard geschaffen. Er untersucht den Gesamtnutzen eines Projekts über die reinen Emissionsreduktionen hinaus mit besonderem Fokus auf den Erhalt der Artenvielfalt und die sozialen Auswirkungen in der Projektregion. Der von Forschungsinstituten, Unternehmen und Umweltgruppen gemeinsam entwickelte Standard findet vor allem bei forst- und landwirtschaftlichen Projekten Anwendung.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass wir bei der Auswahl unserer Klimaschutzprojekte nicht nur auf Aspekte und Maßnahmen zum Klimaschutz geachtet, sondern auch die Grundsätze der ganzheitlichen Nachhaltigkeit in allen drei Dimensionen (ökologisch, ökonomisch und sozial) mitberücksichtigt haben. Ein Augenmerk haben wir auf die Ziele der nachhaltigen Entwicklung der UN SDGs gelegt. Darüber hinaus sehen wir Geschlechtergleichstellung und den Beitrag zur hochwertigen Bildung als einen unerlässlichen Beitrag zur ganzheitlichen Nachhaltigkeit, der sich in den ausgewählten Klimaschutzprojekten und unserem sozialen Engagement in Deutschland widerspiegelt.
Im Einzelnen sind unsere Kompensationsprojekte untenstehend beschrieben und verlinkt:
SAUBERES TRINKWASSER IN SIERRA LEONE (GOLD STANDARD VER)
Das Projekt unterstützt die Bereitstellung von sauberem Wasser mittels Bohrlochtechnologie für hunderte von Haushalten in der Republik Sierra Leone. Sierra Leone steht vor großen Herausforderungen bei der Versorgung mit sicherem Wasser, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo über 50% der Bevölkerung keinen Zugang zu einer sicheren Wasserquelle haben. Selbst dort, wo verbesserte Quellen wie Bohrlöcher zur Verfügung stehen, sind schätzungsweise 95% der Quellen durch Krankheiten verunreinigt, die mit schlechter Sanitärversorgung zusammenhängen, wie z.B. Ecoli. Wie in anderen Teilen Afrikas südlich der Sahara bedeutet der fehlende Zugang zu sicherem Wasser oder zu anderen Mitteln der Wasseraufbereitung, dass ländliche Haushalte gezwungen sind, Wasser abzukochen, um es zu reinigen, was erhebliche Schäden an Ökosystemen verursacht und Kohlendioxid in die Atmosphäre freisetzt. Der Projektbetreiber CO 2 balance arbeitet eng mit CODE SL, einer lokalen Organisation in Sierra Leone, zusammen, um Bohrlöcher zu rehabilitieren und zu warten und um sicherzustellen, dass gute sanitäre Praktiken in den Gemeinden eingehalten werden. Durch die Bereitstellung von sauberem Wasser stellt das Projekt sicher, dass die Haushalte weniger Feuerholz zur Wasseraufbereitung verbrauchen, was zu einer Verringerung von Kohlendioxidemissionen aus dem Verbrennungsprozess führt.

STROM DURCH WASSERKRAFT IN CHILE (VCS)
Durch die CO2*-Kompensation der von Ihnen bezogenen Produkte Mithilfe des DR.SCHNELL CO2*-Rechners (bilanziert nach ISO 14067) und Zahlung des CO2*-Aufschlags unterstützen Sie zusätzlich das folgende Projekt: Chacayes Hydroelectric Project, Chile.
Dabei handelt es sich um ein Laufwasserkraftwerk im Cachapoal Tal in der Region VI in Chile. Das Kraftwerk hat eine installierte Leistung von 110 8 MW und eine erwartete jährliche Nettoerzeugung von ca 560 GWh Strom pro Jahr. Es nutzt das Wasser der Flüsse Cipreses und Cachapoal zur Erzeugung von Wasserkraft für den Export in das SIC Netz. Die chilenische Regierung sucht aktiv nach alternativen Energieformen, um die Energieversorgung zu stabilisieren und den schnell wachsenden Bedarf von 350 400 MW pro Jahr zu decken. Es wird jedoch vorhergesagt, dass die Systemerweiterung hauptsächlich durch thermische Energie erfolgen wird. Dieses Projekt schafft zusätzliche Kapazität für erneuerbare Energien und ersetzt die Energie aus dem Netz die teilweise von fossil befeuerten Kraftwerken erzeugt wird. Dadurch können jährlich ca. 357 000 Tonnen CO2* reduziert werden.
Zusätzlich unterstützt dieses Projekt die lokale und regionale Bevölkerung bei der Suche nach einer direkten Beschäftigung, bietet Weiterbildungsmaßnahmen an und trägt zu Verbesserung der regionalen Infrastruktur bei - zum Beispiel Straßen- oder Brückenverbesserung.

Laufwasserkraftwerk sorgt für Strom im Bundesstaat Uttaranchal in Indien (VCS)
Das Vishnuprayag Hydroelectric Project (VHEP) ist ein 4 x 100 MW Laufwasserkraftwerksprojekt am Fluss Alaknanda in der Nähe von Joshimath im Distrikt Chamoli im indischen Bundesstaat Uttaranchal. Das Projekt wird von Jaiprakash Power Ventures Ltd. (JPVL), einer Tochtergesellschaft von Jaiprakash Associates Limited (JAL), realisiert. Die Projektaktivität erzeugt Strom aus erneuerbarer Energie aus Wasserkraft und verkauft diesen an das regionale Stromnetz UPPCL. Das Projekt wurde planmäßig in Betrieb genommen. Es läuft bis heute erfolgreich und die erwartete Betriebsdauer für das Projekt beträgt 30 Jahre. Da die Projektaktivität die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen beinhaltet, werden die anthropogenen Treibhausgas-emissionen (THG) reduziert, die bei der Einspeisung von Strom in das Netz mit fossilen Brennstoffen entstanden wären. Die durchschnittlichen jährlichen Emissions-reduktionen des Projekts für den Anrechnungs-zeitraum werden auf 1.468.106 tCO2e geschätzt. Dies entspricht einer erwarteten Gesamtsumme von 44.043.180 tCO2e für die gesamte Dauer des Anrechnungszeitraums.
Das Projekt trägt zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) Nummer 7 (Bezahlbare und saubere Energie), 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) und 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) bei.

* CO2-Werte ermittelt durch ISO 14067-zertifizierte Berechnungsmethode